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111 km lange Akten und 9 Millionen Blatt Papier

Ein Besuch der Stasiunterlagenbehörde

 

111 km lange Akten und 9 Millionen Blatt Papier, so wird uns das Ausmaß der Stasi schlussendlich symbolisch zusammengefasst. Denn am 13.12. 2018 unternahm ein Geschichtskurs der 13. Jahrgangsstufe der GOST einen Workshop in der Stasiunterlagenbehörde (BSTU) in Berlin-Lichtenberg. Versammelt warten alle vor Haus B, beziehungsweise der auffälligen sozusagen vorgezogenen Wand, die damals einen Schutz bot, um nicht durch die US Satelliten überwacht zu werden. Unsere Referentin beginnt mit einer kurzen Einführung, in der sie uns erklärt, dass die Berliner Mauer an einem Wochenende, also von einem Samstag zu Sonntag erbaut wurde. Dazu erzählt sie die Geschichte eines frisch verheirateten Paares, welches zunächst bei den Brauteltern im Osten feiert und im Nachhinein nicht in den Westen kommt, um ihr neues Leben anzutreten. Dies verdeutlicht uns allen, wie die Menschen die Errichtung des “Eisernen Vorhang” überfordert hat. Weiterhin erklärt sie uns, dass Kritik nicht geäußert wurde, es auch keine wirklichen freien Wahlen gab; man konnte zwar einem Stimmzettel entgegennehmen, aber dieser enthielt nur die Ankreuzmöglichkeit: ja ich bin einverstanden. Jeder der dann auch noch eine Kabine aufsuchte, machte sich verdächtig eben nicht einverstanden mit dem vorhandenen System

zu sein. Verständlich also, dass es eine “Abstimmung durch Füße” gab; die Menschen also mit ihrer Ausreise sich zu einer allgemeinen unzufriedenen Stimmung bekennen. Anschließend beginnt eine kleine Fragerunde, in der wir nach den Methoden und den Aufbau der Stasi gefragt wurden. Hierüber wurden wir vorab bereits durch den Unterricht informiert auch anhand eines Videos, welches uns vom Museum empfohlen wurde.

 

Dass viele aufgrund der Methoden „Drohung und Verführung“ für die Stasi arbeiteten, war uns bewusst. Jedoch nicht das eben auch viele, wenn nicht sogar mehr, aus Überzeugung ihre Hilfe leisteten. Weiterhin betrachten wir das Symbol Schild und Schwert der Partei und analysieren die Darstellung. Das Schild, sprich die Verteidigung, steht im Vordergrund und erweckt so den Glauben, dass die Sicherheit vor den Kampf, also das Schwert, geht. Die sozialistische Glückseligkeit wird somit durch das Zerstören von Staatsfeinden beschrieben. Bereits neutral zu sein, brachte einen in Verdacht Feind des Staates zu sein. Um diese Feinde so gering wie möglich zu halten, gab es die Anwerbung von inoffiziellen Mitarbeitern. Dies macht uns unsere Leiterin an einem Beispiel direkt im Raum klar, indem sie die Schüler miteinbezieht. Sie werden direkt angesprochen und mit Erpressungen konfrontiert, die auch die Stasi nutzte. Mit diesem ‘Live -Erlebnis’ endet die Einführung und wir gehen nach einer kurzen Pause in unsere eigene Ausarbeitung über. Natürlich werden diese anschließend vorgestellt, um auch den Rest der Schüler mit den Informationen aus damaligen Fällen zu versorgen, die wir aufgrund der von der Stasi dazu gesammelten Material herausfiltern. Darunter lernen wir auch die Stasi Sprache kennen und erkennen die bereits erlernten Methoden.

 

In der abschließenden Diskussion wird deutlich, wie das Stasi Ziel: die Befreiung der Menschen wirklich gemeint war. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Exkursion für uns alle eine erfolgreiche Festigung und Erweiterung unseres Unterrichtswissens darstellte, denn danach wurde uns frei zur Verfügung gestellt das Museum zu besuchen und die Verhörräume zu betrachten. Außerdem begeisterte uns unsere Leiterin, die uns die Thematik anschaulich und spannend vermittelte und uns mit ihrer überzeugten Rhetorik aufmerksam lauschen ließ. Demnach ist diese Exkursion von unserer Jahrgangsstufe nur weiterzuempfehlen.

 

Lucie Schrage 13.Jahrgangsstufe, Berufliches Gymnasium/OSZ, 2019 Geschichtskurs Möller